Labortage

In dieser Woche finden die Labortage an der Leuphana Universität statt. 20 Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Klassen des Gymnasium Lüneburger Heide arbeiten zusammen mit Frau Prof. Abels, Herrn Prof. Pleissner und den studentischen Hilfskräften Frau Catharina Struck und Frau Jenny Kurwan an der Frage: Wie muss der Biokunststoff PLA (Polymilchsäure) chemisch verändert werden, damit er recycelbar und/oder biologisch abbaubar ist? Damit betreten die Forscherinnen und -forscher Neuland. Sie suchen nach Lösungen für ein praktisches Problem, für das die Wissenschaft noch keine Antwort hat. Denn bisher landen die Tüten und Verpackungen aus PLA nach ihrem Gebrauch meistens in der Müllverbrennungsanlage. Der weit verbreitete Glaube, die Tüte aus Biokunststoff könne einfach auf den Kompost geschmissen werden und würde dort, genau wie unsere Gemüseabfälle, mit ein bisschen Geduld wieder zu Erde, ist eine Illusion. Denn PLA benötigt bei seiner derzeitigen chemischen Beschaffenheit viel höhere Temperaturen als auf dem Kompost möglich sind, um biologisch abgebaut werden zu können. Anders als herkömmliche Kunststoffe auf Erdölbasis werden Biokunststoffe derzeit auch nicht industriell recycelt, selbst wenn sie im gelben Sack landen. Das ist nämlich bei den zur Zeit sehr geringen Mengen viel zu aufwendig und zu teuer. Das heißt: Plastikprodukte aus PLA werden zwar aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und sind damit prinzipiell ökologischer als konventionelles Plastik, aber wie sie nach Ende ihrer Benutzung gut abgebaut oder am besten wiederverwendet werden können, ist noch vollkommen ungeklärt. Und genau hier setzten Nachhaltigkeitswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an: Ihre Aufgabe ist es, gemeinsam mit Menschen von außerhalb der Wissenschaft, mögliche Lösungen für ökologische und gesellschaftliche Probleme zu finden und damit – ein pathetisch formuliert – die Welt ein bisschen besser zu machen.

Jenny Kurwan