1. Workshop

Das Projekt „BIOKUNSTSTOFFE = UMWELTFREUNDLICH?“ hat mit einem ersten Workshop im Gymnasium Lüneburger Heide begonnen. Nicht nur Schüler_innen der 10. und 11. Klassen waren vielzählig anwesend, sondern auch Lehrkräfte mit unterschiedlichen Fächerkombinationen. Diese Diversität ist ein Baustein des Projekts, das die verschiedenen Dimensionen zur Thematik der Biokunststoffe aufgreift. Der Workshop fand in einem Biologiefachraum des Gymnasiums statt. Auf zwei vorderen Tischen befand sich ein bunter Haufen aus Kunststoffverpackungen. Leere Verpackungen, Mundspülungen, Becher, Folien, Tüten und weitere ließen sich leicht erkennen. Doch während des einführenden Vortrages von Prof. Dr. Abels sowie Prof. Dr. Pleissner wurde schnell klar, dass sich mit einer bloßen Betrachtung des Haufens nicht zwischen „konventionellen Kunststoffen“ und „Biokunststoffen“ (hier: Polylactide (PLA)/ Polymilchsäure) unterscheiden ließ. Als die Schüler_innen in Kleingruppen einzelne Teile genauer untersuchten, stießen sie auf Biomülltüten, die offensichtlich eine andere Konsistenz als die ihnen bislang bekannten Tüten aufwiesen. Und richtig – diese waren tatsächlich aus Biokunststoffen.

 

Doch was war mit den anderen Stücken? Schließlich wurde festgestellt, dass die anderen Kunststoffe nicht wirklich zu unterscheiden waren. Die Plastikbecher beispielsweise sahen identisch aus und fühlten sich auch gleich an. Nur waren die einen aus Biokunststoffen und die anderen eben nicht. Die Schüler_innen fanden zudem auf jedem Kunststoffteil Symbole mit unterschiedlichen Zahlen: die sogenannten „Recycling-Codes“. Diese sind das Symbol für Recycling und bestehen aus drei Pfeilen (oft grün) und einer Nummer in der Mitte, die eigentlich das Material kennzeichnet. Doch an dieser Stelle kam die nächste Problematik zum Thema Biokunststoffe auf: Biokunststoffe sind immer unter der Recycling-Nummer „7“ aufgeführt. Diese Nummer wird auch als „Other“ bezeichnet und ist so etwas wie eine Sammelgruppe für alle möglichen Materialien. Schnell war das Problem dieser Kennzeichnung klar. Biokunststoffe können in unserem jetzigen System noch nicht erkannt und daher auch nicht recycelt werden. Und hierdurch wurde auch allen Beteiligten die Bedeutung des Projekts deutlich, das an diesem Punkt anknüpft.

Catarina Struck