Auftakt 2. Projektjahr

Am Montagmorgen fiel in einem der Klassenräume des Gymnasium Lüneburger Heide der Startschuss für das zweiten Projektjahr von „Biokunststoffe = Umweltfreundlich?“. Mit über 30 neuen Gesichtern starteten wir in den Auftaktworkshop zum Thema konventioneller und biologischer Kunststoffe.

 „Kunststoff ist überall“ war auf einer der ersten Folien zu lesen, die Prof. Dr. Pleissner vorstellte. „Das ist auch nicht verwunderlich, denn Kunststoffe sind sehr vielseitig und praktisch. Wir brauchen Kunststoffe.“, stellte er weiter klar. Aber woraus werden sie überhaupt hergestellt? Vom Erdöl als Rohstoff über das Destillationsverfahren bis hin zur molekularen Ebene, auf der Kunststoffe als unterschiedlich lange Molekülketten aus Kohlen- und Wasserstoffteilchen sichtbar werden, führte Prof. Dr. Pleissner in die Thematik konventioneller Kunststoffe ein.

Das Kunststoffe auch deshalb so praktisch sind, weil sie lange benutzt werden können und nicht bei der kleinsten Erschütterung kaputt gehen, führte uns jedoch schnell zu den Umweltproblemen, die unsere Kunststoffflut momentan auslöst und für die es gilt Lösungen zu entwickeln.
Somit fingen wir uns im nächsten Schritt an unter Anleitung von Catharina mit Biokunststoffen zu beschäftigen. Dazu wurden die Schülerinnen und Schüler nun selbst in Gruppen aktiv, diskutieren anhand eines Konzept Cartoons verschiedene Aussagen und sammelten erste Fragen, welche sie zum Thema Biokunststoffe hatten.

Nach der Vorstellung der gesammelten Fragen und Besprechung des Konzept Cartoons, übernahm erneut Prof. Dr. Pleissner und gab eine Übersicht über die Eigenschaften verschiedener Biokunststoffe sowie deren mögliche werkstoffliche, rohstoffliche oder energetische Verwertung. Anschließend kam der Berg aus Kunststoffverpackungen zum Einsatz, welcher schon seit Beginn des Workshops als thematische Stolperfalle mitten im Raum lag. Aufgabe war es nun, die Verpackungsstücke herauszusuchen, die aus Biokunststoff bestehen.

 

 

Das stellte sich als gar nicht so einfach heraus, denn auch Kunststoffstücke, die auf den ersten Blick so gar nicht nach Biokunststoff aussahen, wurden im Nachhinein von Prof. Dr. Pleissner als solche identifiziert. Doch woran erkennt man sie denn nun? Eine kleine 7 im Dreieck des Recyclingcodes sowie die Unterschrift PLA stellen das Indiz dar, anhand dessen Biokunststoffe identifiziert werden können. PLA steht dabei für den Kunststoff Polylactid, auch Polymilchsäure genannt, welcher zurzeit den „Prominenteste“ unter den Biokunststoffen darstellt, die neben den konventionellen Kunststoffen bereits Verwendung in Alltagsprodukten finden.

 

Diese erst auf den zweiten Blick erkennbare Kennzeichnung wirft jedoch eine neue Problematik hinsichtlich des Recyclings von Biokunststoffen auf, die auch die Schülerinnen und Schüler sehr schnell erkannten. Denn für ein erfolgreiches Recycling wäre es zunächst notwendig Biokunststoffe von den konventionellen Kunststoffen zu trennen. Das dies aktuell nicht der Fall ist und auch schlecht durch Hand- bzw. Lupenarbeit in Mülldeponien geleistet werden kann, stellte die finale Erkenntnis des Workshops dar und weckte so vermutlich den ein oder anderen Forschergeist, der sich am Ende einen Anmeldezettel für die Teilnahme am Projekt mitnahm.

 

Ronja Hallerbach